Muslime müssten ihre Toten in allen Kantonen nach islamischem Ritus begraben können, forderte Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen der Schweiz (Kios) im «Tages-Anzeiger» vom 15. März. Mindestens ein Gräberfeld pro Kanton müsse zur Verfügung gestellt werden, auf dem nur Muslime beigesetzt werden dürften. Notfalls müssten Muslime vor Gericht ziehen, wenn sie in ihrer Wohngemeinde ihre Toten nicht gemäss ihrem Glauben beisetzen könnten.
Kreuzlingen TG, 10.3.10 (Kipa) - Die Tätigkeit eines Imams ist so vielfältig wie der Job eines christlichen Seelsorgers. Als Vorsteher einer Moschee leitet er die Gebete und ist der Spezialist in Sachen Religion: Ohne Imam gibt’s keine Predigt und keinen islamischen Religionsunterricht für die Kinder. Rehan Neziri (38), Imam der albanischen Moschee "Hëna e Re" (Neuer Mond) in Kreuzlingen TG, organisiert zudem Jugendtreffen zu bestimmten Themen. Und lebt ganz im Rhythmus der fünf Gebete, die zu den Grundpflichten jedes Muslims gehören.
Imam Rehan Neziri hat nach den Sommerferien in Kreuzlingen 24 moslemischgläubige Viertklässler begrüsst – auf Deutsch und ohne Kopftücher. Sicherheitsbedenken der SVP gegen dieses religiöse Integrationsprojekt räumt die Thurgauer Regierung aus.
Die Kreuzlinger Primarschulbehörde hat dem lokalen und zeitlich befristeten Projekt zugestimmt. Finanzierung und Rechtsform sind allerdings noch offen. Die Idee für einen islamischen Religionsunterricht in der Volksschule kam von einer Kreuzlinger Arbeitsgruppe, die sich Runder Tisch der Religionen nennt. Nach langen Vorbereitungen und einem Tagblatt-Bericht vom 7. Dezember 2009 ging zur Freude der Initianten dann alles sehr schnell.
Kreuzlingen – Kreuzlingens Schulpräsident Jürg Schenkel ist bereit, als erste Schulgemeinde im Kanton das Projekt eines islamischen Religionsunterrichts an der Primarschule zu starten. Der freiwillige Unterricht für muslimische Kinder soll vorerst in der vierten Klasse in zwei Primarschulzentren beginnen und dann auf die fünfte und sechste Klasse ausgeweitet werden.
Ein entrichtetes Gebet in einem Objekt mit Minarett ist nicht wertvoller als ein solches in einer Moschee ohne Minarett. Natürlich liegt es im Herzen eines Muslims, eine Moschee mit allen dazu gehörenden Bestandteilen zu haben. Ein Minarett zeigt einen Gebetsort an. Es ist grundsätzlich das Äquivalent zum Kirchturm. Es ist nicht mehr und nicht weniger.
Am 1. November beginnt zum dritten Mal die „Woche der Religionen“ in der Schweiz. Auch im Thurgau gibt es Gelegenheiten, Menschen anderer Kulturen und Religionen kennen zu lernen und Berührungsängste abzubauen. Im katholischen Pfarreizentrum „Klösterli“ gestalten Mitglieder von zehn verschiedenen Religionsgemeinschaften einen interreligiösen Begegnungstag.






